Kalkspitz, Christoph Hoch

Im Boden dominiert Kalk, genau wie in der Champagne. Im Glas aber spielt die Méthode ancestrale ihr ganzes Register: Leicht trüb, präsent dank einer erfrischenden Säure und schmeichelnd mit einem Fächer an schönen Fruchtaromen, die von einer feinen Hefenote zusammengehalten werden. Das ist der Kalkspitz von Christoph Hoch.

Gewonnene Wette, neue Tradition

Christoph Hoch übernimmt 2013 das Weingut seiner Familie an der Donau, um sich einem kompromisslosen Projekt zu widmen: Den Charakter und das Terroir von Holdenburg in seinen Weinen maximal zum Ausdruck zu bringen, im Einklang mit der Natur und mit traditionellen, überlieferten Methoden des Weinbaus. Neben einem Grünen Veltliner und Riesling war es vor allem sein nach traditioneller «Méthode ancestrale» hergestellter Kalkspitz Pét Nat, der ihn rasch bekannt gemacht hat. 2017 wurde er erstmals lanciert und ist seither immer rasch ausverkauft.

In der Recherche-Phase für sein Sparkling Project hat sich Hoch mit den ebenfalls biodynamisch arbeitenden Champagnerwinzern de Sousa, Tarlant und Laherte angefreundet. Von Tarlant erhielt er 12 gebrauchte Champagnerfässer mit noch intakten Hefen und Bakterien, verbunden mit einer Wette: Benoit Tarlant wettete mit Hoch, er würde es nicht schaffen, einen Pét Nat mit konstanter Qualität zu produzieren. Sonst müsse er die Fässer bezahlen. Nach der ersten Abfüllung schickte Christoph Benoit zwölf Flaschen zum Ausprobieren und nachdem dieser die Flaschen ausprobiert hatte, war rasch klar, dass Christoph die Fässer behalten kann. Tradition, Kreativität, Ambition und Freundschaft haben also eine wichtige Rolle gespielt beim Entstehen des Kalkspitz.

Geschmack dank natürlicher Vielfalt

Kalkspitz, Christoph Hoch

Der Kalkspitz ist ein sehr schmackhafter Pét Nat mit einer erfrischender Säure und schöner Cremigkeit am Gaumen. Christoph Hoch setzt ihn aus einer Vielfalt an Trauben (vor allem Grüner Veltliner, gemischt mit Riesling, Sauvignon Blanc, Blauer Portugieser und Muskateller) und Chargen (oder «Projekten», wie Hoch sie nennt) zusammen. Das ergibt eine spannende Kombination von rustikalen und fruchtigen Geschmackselementen. Mit der Champagne teilt Hoch also nicht nur die kalkhaltigen Böden und 12 Fässer von Tarlant, sondern auch die Kunst der Komposition eines Weins aus verschiedenen Chargen und Jahrgänge.

Im Glas zeigt der Kalkspitz eine gelbbraune, trübe Farbe. Man riecht reife Birnen, Quitten, Zitrusfrüchte, frischer Apfel, Kamille. Man entdeckt ständig neue Nuancen. Am Gaumen wirkt er anfänglich fast wie ein Cidre, man schmeckt überreifen Apfel, Nektarinen und präsente Hefenoten. Aber dann schaltet er einen Gang höher und überzeugt mit seiner frischen Säure und sehr feinen Tanninen. Dieser Pét Nat hat viel Kraft und Länge und passt z.B. perfekt als Apero, zu Fisch oder zu Käse.

Paul Blume meint: «Alles in allem spannend und extrem animierend. Besser immer 2 Flaschen kalt stellen!»

  • Pét Nat: Kalkspitz
  • Produzent: Christoph Hoch
  • Ort: Hollenburg, Österreich
  • Traubensorten: Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Riesling, Muskateller, Blauer Portugieser
  • Kein Schwefel, unfiltriert, undegorgiert, Demeter

Bezugsquellen: Die Online-Shops Paul Blume und Weinauslese haben den Kalkspitz im Sortiment. Weitere Pet-Nat-Shops findest du auf unserer Übersicht: Wo kann ich Pét-Nat kaufen?